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Gedanken | Virtueller Dia-Abend

Dia-Abend mit Sülze

Mendelbahn (Südtirol)

Seit meinem letzten Blogeintrag ist ja ziemlich viel Zeit vergangen. Es war aber auch in den letzten Wochen so einiges los bei mir. 

Privat gab es einige Ereignisse, die nicht nur zeitlich die volle Aufmerksamkeit verlangten, sondern vor allem gedanklich sehr intensiv waren.  Ohne zu tief zu gehen, aber der vielzitierte Satz, dass "Freud und Leid dicht beieinander liegen" ist nun mal wahr.

 

Fotografisch waren die letzten Wochen eher von der Frage bestimmt, wo es mit meiner Knipserei zukünftig hingehen soll. Ich habe das Gefühl, dass ich thematisch etwas stagniere. Kontextlose Streetfotografie macht zwar immer noch einen Heidenspaß (und räumt vor allem den Kopf schön frei), kann aber irgendwie auch nicht alles gewesen sein. Wieso, weshalb, warum möchte ich in diesem Beitrag näher beleuchten.

Damit es aber nicht zu viel Text auf einmal wird - soll hier ja vor allem ein Foto Blog sein - lad ich euch auf einen virtuellen Dia-Abend ein, der immer mal wieder von ein paar Sätzen unterbrochen wird. Zu sehen gibt's Bilder, die auf den verschiedenen Stationen im Rahmen unserer Flitterwochen entstanden sind. Und keine Angst: Travelblogging steht nicht auf meiner Projektliste. (Obwohl, wenn mich jemand gratis zum Fotografieren und Schreiben nach Neuseeland schicken möchte, denk ich drüber nach... hier ist das Kontaktfomular.)

Also solang ich die Leinwand hochziehe und das Zimmer verdunkle, könnt ihr euch was vom Mettigel nehmen oder euch nen Cognac einschenken...

 

Los geht's mit:

Kaltern (Südtirol)

Eine Kleinstadt in der Nähe von Bozen. Natürlich touristisch geprägt, aber mit sehr viel Charme. Die erste Station unserer Reise.

Eingangs erwähnte ich ja, dass  ich immer mal kurz unterbreche, um ein paar Gedanken loszuwerden. 

Ich möchte mich zukünftig mehr thematisch konkreteren Projekten widmen. Ein Langzeitprojekt hab ich schon auf dem Schirm (Näheres wenn es dann wirklich spruchreif wird). Und ich hab große Lust, ein paar Sachen allein und gemeinsam mit anderen Fotografen umzusetzen. Wie gesagt, dieses pure Bildersammeln ohne tiefere Gedanken, einfach als Kopfentleerungsprogramm, macht immer noch sehr viel Spaß - aber die Ansprüche an mich selber steigen auch mit der Zeit.

 

Ich vergleiche das mal mit meiner Art, Musik zu hören bzw. wie sich das im Laufe der Jahre verändert hat. Früher (jetzt kommen die Anekdoten aus "Was der Großvater noch wusste...") hab ich mir ein Album gekauft und es von vorne bis hinten durchgehört. Ein Stil, vielleicht ein Thema, das sich durchzieht - aber auf jeden Fall ein in sich geschlossenes Werk. Irgendwann später der erste iPod, und die Random Taste war mein Freund. Nach Metalkrach folgte Jazz, der in Schwarzkittelwave und Punk überging. Fand ich geil damals. Quasi mein eigenes Radio. Gute Einzeltitel, aber völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Berieselung pur. Inzwischen bin ich wieder beim Alben hören angekommen. Es ist  einfach stimmiger, komplette Alben von jemandem  zu hören, als die "Best of"-Zusammenstellung. Und da möchte ich fotografisch hin. Was nicht heißt, dass ich - um im Vergleich zu bleiben - nicht doch mal die eine oder andere Single herausbringe.  

Das Veröffentlichen von Einzelbildern tritt da natürlich in den Hintergrund. Das ist aber durchaus verschmerzbar, da ich in den einschlägigen sozialen Netzwerken fototechnisch eh nicht mehr so präsent bin. Das SM Thema tret ich nach der nächsten Runde weiter aus. Diese führt uns nach:

 

Bozen

Nur kurz. Bozen ist geil. Müsst ihr hin!

SM: Social Media oder Sado Maso. Ist glaub kein Zufall, dass die Initialen gleich sind. Warum? Die Bilderflut verlangt einem schon ziemlich viel ab, was zu einem großen Teil recht schmerzhaft sein kann. Dazu fühlt man sich ja doch irgendwie genötigt, das alles mit seinem Zeug auch noch zu befüttern. Man muß ja präsent bleiben. Likes abgreifen, Follower generieren. Quantität vor Qualität.

Ein gutes Foto geht da vielleicht mal steil, wird aber am Ende genauso schnell vergessen wie ein schlechtes. Aber hauptsache, man zeigt sich, bevor man komplett vom Radar verschwindet. Da hilft wahrscheinlich nur kalter Entzug. Ich hab mal meine Social Media Präsenz auf den verschiedenen Plattformen hinterfragt, und bin für mich zu diesem Ergebnis gekommen:

  • Facebook: Ist für mich eigentlich keine Foto-Plattform. Dazu sind mir zu viele Nebengeräusche dabei. Ich hab z.B. wenig Lust, krude politische oder sonstige private Ansichten zu diversen Themen von Menschen zu erfahren, deren Fotos ich eigentlich mag und bis dato sympathisch fand. Mich interessiert auch weder das Mittagessen, noch ob die Katze an Diarrhoe leidet. Ich hab auch keinen Bock, ständig von wildfremden Leuten in die 3284582. Fotogruppe aufgenommen zu werden. Und da gibt' s noch einiges mehr, was sonst noch  nervt. Aber eines der Hauptargumente ist für mich, dass der größte Teil der Bilder mit denen man bombardiert wird, einfach Bullshit sind.

Unbestritten ist dennoch: Ich habe ein paar sehr coole Leute dort kennengelernt,           die ich ohne FB - vielleicht - nicht getroffen hätte. Ändert aber trotzdem                     nichts an den Tatsachen. Deshalb nutze ich den Laden nur noch für diese                           persönlichen Kontakte, kommentier ab und an was und verteil mal ein paar                       Daumen. Gepostet wird allerdings nur noch, wenn sich auf meinem Blog was tut             oder ich ein Bild bei Tumblr hochlade.

 

  • Instagram: Auch so'n Ding. Schlechte Bilder en masse, Hashtaggewitter - und was am meisten nervt, sind die völlig irrelevanten Firmen, Clubs, Kosmetikstudios und inzwischen auch ganz "normalen User" (meistens die mit 5 Bildern aber 30.000 gekauften Followern), die irgendwie herausgefunden haben, wie ein Bot funktioniert und Bilder im Zufallsmodus mit einem euphorischen "Amazing, you are so talented!!" kommentieren. Natürlich automatisiert, ohne das Bild jemals gesehen zu haben. Mein Account bleibt zwar online, wird aber erstmal nicht weiter gefüttert, bis sich da mal was Grundlegendes ändert.
  • Twitter: Total lustig - alle haben sie irgendwie einen an der Waffel - aber für Fotos  denkbar ungeeignet. Aber man hat ja auch noch andere Hobbies über die man sich dort gerne unterhält. Und in 140 Zeichen bekommt man alles unter, was es braucht.
  • Tumblr, EyeEm und WSP sind die Plattformen, die ich weiter nutzen werde. Tumblr hat einfach eine schöne Präsentation und eignet sich gut als "Miniwebseite" für Einzelbilder. EyeEm find ich nett und stresslos (automatische Tags!) und manchmal verkauft man sogar ein Bildchen fürn Zwanni. Und WSP? Ich will halt endlich mal in dieses Sch... Buch.

Um diesen Punkt abzuschließen: Es tut wirklich gut, sich aus dem SM Zeug etwas zurückzuziehen. Ich hab mehr Zeit und kann mich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. 

 

Next Stop:

 

Rovinj (Kroatien)

Kroatien. Immer. wieder. traumhaft.

Prada Badehosen kosten wahrscheinlich so viel wie ein durchschnittlicher Fotoworkshop bei nem durchschnittlichen Fotografen (was ne Überleitung...). Ich betone das deshalb so, da ich auch dieser Workshopflut - gefühlt ist das zumindest so - ziemlich kritisch gegenübersteh. Meiner Meinung sollte jemand, der einen Workshop gibt, vorweisen können, dass er auch was kann. Didaktisch und vor allem natürlich fotografisch. Und das sehe ich bei einem Großteil der Fotografen, die Workshops anbieten, eher nicht. Da siehts dann halt eher nach Geldmacherei aus.

 

Dennoch es gibt durchaus Koryphäen, denen ich mein Geld und mich gerne anvertraue. So nehme ich im Oktober an einem Workshop teil, der mich schon ewig gereizt hat. Um wen und was es geht, wird dann ein Thema hier im Blog sein, wenn es soweit war. Nur soviel: Ich freu mich schon wahnsinnig drauf.

Und mit diesem letzten kurzen Ausblick kommt der letzte Halt der Reise. Auch wenn es so aussieht, als ob wir fünf Wochen im Urlaub waren: Es waren doch nur zwei.

Der letzte Ort ist:

 

 

Innsbruck

Tja...mit der Stadt wurden wir irgendwie nicht warm. Ich kann schlecht sagen, warum - aber 'ne innige Freundschaft wird das nicht...

Und hiermit geht das Licht wieder an und Ihr seid entlassen.

Und wenn Ihr Euch mal wieder fragt, was die Quintessenz des ganzen Gesülzes war? Dann antworte ich mit einem zusammenfassenden Gedicht:

 

Ein Bild ist ok, Projekte sind besser

Urlaub ist schöner an einem Gewässer

Facebook ist scheiße, Instagram auch

Wer das nicht versteht, der ist ein Lauch.

 

(sorry..)

 

Danke für die Aufmerksamkeit - bis zum nächsten Mal

 

Euer TeeKay

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