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Prag | Ein steter Urquell der Freude

Es ist Anfang Januar – und wie im vergangenen Jahr zum Jahresbeginn wird die Seite hier zu einem kleinen Reiseblog. Oder, wie die korrekte schwäbische Ausdrucksweise lautet: Ein Blögle.

 

Diesmal war Prag das Ziel unseres knapp viertägigen Ausflugs. Wir sind ohne große Erwartungen losgezogen, wollten ein bisschen runterkommen vom weihnachtlichen Trubel und all dem anderen Gedöns was sich im Laufe der vergangenen Wochen so angesammelt hatte. Etwas Sightseeing, ausgesuchtes Kulturprogramm (doch, ehrlich!) und das eine oder andere Bier. Soll ja recht gut und günstig dort sein, wie uns im Vorfeld versprochen wurde.

 

Kurz gesagt: Wir wurden nicht enttäuscht!

 

Prag ist eine tolle Stadt, die sich hervorragend für einen Kurztrip eignet. Auch und vor allem gerade im Winter. Statt drei Millionen Menschen tummeln sich nur rund eine halbe Million Leute auf der Karlsbrücke. Und in der Altstadt besteht die Chance, dass man auch ohne ständiges Körpergebumse durch die Straßen kommt. Nicht nur bei den Preisen für Essen und Trinken fühlt man sich in die 90er Jahre zurückversetzt. Auch gibt es keine Hipster und dementsprechende Bars, die posierenden Instagram-Uschis und -Heinzes sind eindeutig als Touristen zu erkennen, und: In Prager Kneipen unterhält man sich noch persönlich, von Angesicht zu Angesicht, also ganz ohne mobiles Endgerät, um Nachrichten an seinen Sitznachbarn zu schicken!

 

Dazu strahlt die Stadt im Winter einen gewissen morbiden Charme aus, der mir persönlich sehr gut gefällt – und gut zu den historischen sowie zu den postsozialistischen Bauten passt.

 

Um die Einleitung fotografisch zu beenden: Alle Bilder wurden mit der Ricoh GR gemacht. Nicht, dass meine Fuji jetzt riesengroß und sackschwer wäre, aber es war schon geiler, die Cam einfach in der Jackentasche verstauen zu können beziehungsweise ohne die Gefahr eines Tennisarms in der Hand zu behalten.

Hiermit hätten wir schon mal zwei der vielen Touri-Hotspots abgevespert. Oben die Karlsbrücke. Unten der Platz vor dieser berühmten Uhr, die irgendwie glockenspielt, deren Ziffernblatt außer seinem Kontostand so ziemlich alles anzeigt und die physikalische Eigenschaft des Touristenmagneten ausweist. Warum weiß keiner.

Ich widme mich lieber meinen favorisierten Motiven: Stadtansichten, Details, Urbanes...

...ein bisschen "klassisches" Streetzeug fällt natürlich auch immer ab...

...wobei es mir der öffentliche Personennahverkehr (mal wieder) mit am meisten angetan hat. Dessen Benutzung bei einer Städtetour natürlich nicht ausbleibt. Außer man steht drauf Uber Fahrer auszubeuten.

Besonders beeindruckend waren für mich diesmal die steilen und schnellen Rolltreppen. Ja ich hör schon: "Gäääähn Rolltreppen" ... Das nachfolgende Bild bleibt zwar das Einzige von den viel zu oft gesehenen dunklen Tunnelrolltreppeninschwarzweißablichtungen, aber mir gefällts, und warum nicht auch Klischees bedienen.

Aber im Grunde stand mir eher der Sinn nach so nem Zeug...

Aber ich habe ja auch vorhin den Begriff „Kultur“ in den Raum geworfen. Unter anderem besuchten wir die Leica Galerie, in der zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts die Ausstellung „Israeli Street Moments“ von Alex Levac, Gabi Ben Avraham und Ilan Ben Yehuda zu sehen war. Dem einen oder anderen dürften die ausstellenden Fotografen durchaus ein Begriff sein. Insgesamt eine tolle Ausstellung in einer sehr schönen Galerie. Leicastyle halt.

Nicht ganz unwesentliche Elemente einer Städtetour sind natürlich Speis und Trank. Und da bietet Prag wahrlich genug Auswahl, um sich der Kneipenkultur zu widmen. Und so kann es schon mal vorkommen, dass es spät wird und mit der Zeit auch der Blick etwas trüber...

Der leicht unleidige Blick meinerseits hat im Übrigen nichts mit dem Konsum zu vieler hochprozentigen Getränke zu tun. So sehe ich aus, wenn man mir wirklich miserable Spaghetti aglio olio kredenzt hat.

Ihr seht: Auch in der „Goldenen Stadt“ bekommt man – zwar selten, aber manchmal – halt auch nur Blech.

 

Bis bald,

 

Euer TeeKay


Streetfotografie - made in Germany. Das Buch.

 

Ein, in dieser Form, wohl einmaliger Querschnitt durch die deutsche Streetfotografie.

Von und mit Nicole Struppert, Kay von Aspern, Mario Cuic, Siegfried Hansen, Marco Larousse, Christopher Reuter, Fabian Schreyer, Max Slobodda, Martin U Waltz und mir.

 

Das Buch ist seit dem 24.8.2018 verfügbar, und kann beim Rheinwerk-Verlag bestellt werden.